ASULAB arbeitet in drei Bereichen der Werkstoffkunde: Polymere, Metalle und Keramik. Die Tätigkeit des Unternehmens konzentriert sich auf neuartige Werkstoffe und innovative Formgebungsverfahren. Übergeordnetes Ziel ist dabei die Verbesserung in den sichtbaren Bereichen einer Uhr: Gehäuse und Armband.
In den vergangenen 20 Jahren haben sich Klebeverbindungen aufgrund ihrer hohen Zuverlässigkeit, der einfachen industriellen Anwendung und der Vereinfachung in der Produktentwicklung als anerkannte Technik durchgesetzt. Die Uhrenindustrie ist dabei sehr anspruchsvoll, denn neben den üblichen Ansprüchen nach Festigkeit und Zuverlässigkeit sind die Anforderungen an die Ästhetik ausserordentlich hoch. Von ASULAB entwickelte Kleber kommen hauptsächlich im Uhrengehäuse, aber auch in der Mikroelektronik und im Schmuckbereich zur Anwendung. Ausserdem entwickelt und vertreibt ASULAB Dichtungen für Uhrenschalen aus Spezialpolymeren für Konstruktionen, in denen die Dichtung auch die mechanische Haltefunktion des Uhrenbodens gewährleisten muss.
Uhrengehäuse scheinen Gegenstände zu sein, die seit Jahren keine Weiterentwicklung erfahren haben. Der Schein trügt jedoch, denn bei ASULAB wurden grosse Anstrengungen unternommen, um neue nichtmetallische Werkstoffe für Uhrengehäuse und Armbänder zu entwickeln, die Formgebung zu vereinfachen und auch qualitativ gute Werkstoffe für die günstigen Einstiegsmodelle anbieten zu können.
ASULAB hat bei der Entwicklung des MIM Verfahrens (Metal Injection Molding) eine Pionierrolle eingenommen und dieses Verfahren zunächst für die Herstellung von komplizierten Formteilen aus rostfreien Stahllegierungen soweit entwickelt, dass damit porenfreie, polierbare Teile hergestellt werden können. Dieses Verfahren wird nun industriell zur Herstellung der Gehäuse für die Swatch Irony genutzt.
Das Verfahren ermöglicht die Herstellung komplizierter Formteile mit wesentlich geringerem Aufwand an spanabhebender Bearbeitung sowie die kostengünstige Herstellung von Teilen, die durch Stanzen oder Schmieden nicht mehr herstellbar sind.
Keramikwerkstoffe haben sich als ausgezeichnetes Material für Uhrenschalen erwiesen, insbesondere bei der Uhrenmarke Rado. Durch entsprechende Forschungsarbeit bei ASULAB konnte ein CIM-Verfahren (Ceramic Injection Molding) entwickelt werden, mit dem Keramikwerkstoffe analog der oben beschriebenen MIM-Technologie für Metallteile hergestellt werden können. Da die harten Keramikteile ohnehin nur schwierig spanabhebend bearbeitet werden können, ist die Technologie für diese Bauteile besonders geeignet. Durch Forschungsarbeit im Bereich der Zusatzstoffe konnten in der Masse durchgefärbte Keramikwerkstoffe in verschiedenen Farben geschaffen werden. Ebenso wurden Verfahren zur Oberflächenumwandlung entwickelt, die auch Keramikwerkstoffen metallischen Glanz oder eine bestimmte Farbe geben können.